Sie sind hier:

Das Deutsche Verwaltungsdiensteverzeichnis (DVDV)

Modell des DVDV, jpg, 17.3 KB
Modell des DVDV

Das Deutsche Verwaltungsdiensteverzeichnis (DVDV) bildet eine fach- und ebenenübergreifende Infrastrukturkomponente für das E-Government in Deutschland. In diesem Verzeichnisdienst werden jene technischen Verbindungsparameter von Online-Diensten der öffentlichen Verwaltung hinterlegt, die zu ihrer Nutzung benötigt werden.

Grundlage des DVDV ist ein Verzeichnisdienst, in dem Behörden und andere Betreiber mit ihren Diensten aufgenommen werden können. Auskunftssuchende und Nutzer des DVDV sind Applikationen (Fachverfahren) und nicht natürliche Personen.

Das DVDV – welches durch die Bundesstelle für Informationstechnik (BIT) - die ab dem 1.1.2016 in das Informationstechnikzentrum Bund (ITZBund) übergeleitet wurde - gemeinsam mit mehreren Partnern der Kommunen und der Länder entwickelt wurde – hat damit die Funktion einer zentralen Registrierungsstelle für Online-Dienste der öffentlichen Verwaltung in Deutschland. Zugleich ermöglicht es eine rechtsverbindliche elektronische Kommunikation von und mit Behörden über die vorhandenen Fachverfahren auf höchstem Sicherheitsniveau.

Die erste Anwendung ist die Umsetzung des im Jahre 2002 novellierten Melderechtsrahmengesetzes (MRRG), speziell der länderübergreifenden Datenübermittlungen gemäß § 17 Abs. 1 und Abs. 2 MRRG, die zum 01.01.2007 realisiert wurden. Damit soll im Meldewesen auf den papiergebundenen länderübergreifenden Austausch von Rückmeldungen und Fortschreibungen des Melderegisters verzichtet werden. Stattdessen werden die Daten zwischen den beteiligten Behörden ausschließlich elektronisch übermittelt. Die Einsatzmöglichkeiten des DVDV erschöpfen sich aber nicht mit dieser ersten Anwendung. Es ist in seiner Architektur vielmehr so angelegt, dass prinzipiell beliebige Kommunikationsbeziehungen im E-Government seine Dienste nutzen können.

Der Kern des DVDV ist der zentrale Bundesmaster, der durch das ITZBund bereitgestellt wird. Er ist die einzige Stelle, bei der ein schreibender Zugriff auf die Datenbestände erfolgen kann. Diese Datenpflege erfolgt durch die angeschlossenen und berechtigten Behörden. Der Bundesmaster spiegelt seinen Datenbestand kontinuierlich auf dezentral (z.B. in den Bundesländern) aufgestellte DVDV-Landesserver, die sich die Anfragelast der einzelnen Datenabrufe teilen. Die technische Basis bildet der "OpenLDAP" - Verzeichnisdienst, welcher alle Einträge beinhaltet und bereitstellt. Die Kommunikation erfolgt XML-basiert, über OSCI -Transport abgesichert. Hierdurch können missbräuchliche Zugriffe auf die Datenbank des Replikationsmasters wirksam verhindert werden.

Neben dem Betrieb des Bundesmasters nimmt das ITZBund auch die Aufgaben einer koordinierende Stelle wahr. Sie ist im Sinne einer Servicestelle für alle Nutzer des Verfahrens erreichbar.

Weitere Informationen erhalten Sie bei dem Informationstechnikzentrum Bund (ITZBund)