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Peppol zum Versand und Empfang von Rechnungen

Übermittlung von XRechnungs-Dokumenten mit Peppol
XRechnung und Peppol
KoSIT als National Authority im Peppol-Netzwerk
Nationale Anforderungen im Peppol-Netzwerk

Übermittlung von XRechnungs-Dokumenten mit Peppol

Der Standard XRechnung formalisiert ausschließlich die Rechnung selber (Format, Datenstruktur und Semantik), der Übermittlungsweg der Rechnung wird im Standard XRechnung nicht betrachtet. Um zu ermöglichen, dass alle öffentlichen Auftraggeber als Rechnungsempfänger über mindestens einen einheitlichen Weg Rechnungen empfangen könnten, hat der IT-Planungsrat den Anschluss an die Peppol-Infrastruktur als einheitlichen sicheren Webservice auf Basis eines Prüfauftrags beschlossen. Er verpflichtet Bund und Länder, mit Ablauf der Umsetzungsfrist der Richtlinie 2014/55/EU mindestens PEPPOL anzubieten, wenn sie einen Webservice zur Einlieferung von elektronischen Rechnungen zur Verfügung stellen.

Die Umsetzungsfrist endet spätestens am 22.04.2020.

Ziel des Beschlusses ist es, die Entwicklung eigener Lösungen für Webservices bei Bund, Ländern und Kommunen überflüssig zu machen. Rechnungssteller können perspektivisch öffentliche Auftraggeber über einen einheitlichen Webservice erreichen. Darüber hinaus können öffentliche Auftraggeber weitere Übermittlungswege vorhalten.

XRechnung und Peppol

Peppol bezeichnet eine webservicebasierte Infrastruktur zur sicheren Übermittlung von Daten im Kontext der elektronischen Beschaffung. Die Organisation OpenPEPPOL AISBL entwickelt und betreibt diese dauerhaft.

Ziel von Open PEPPOL ist es, die Nutzung von elektronischen Beschaffungsprozessen durch öffentliche Verwaltungen in Europa unter Einsatz der Peppol-Spezifikationen zu fördern. Die Peppol-Infrastruktur besteht insbesondere aus:

  • Geschäftsprozessen und Nachrichten: mit der Business Interoperability Specification (BIS) werden die von Peppol unterstützten Nachrichten und Prozesse spezifiziert.
  • Nachrichtenübermittlung: mit dem eDelivery Netzwerk wird die zur Nachrichtenübermittlung erforderliche Infrastruktur inklusive aller zugehörigen Protokoll- und Zertifikatsservices geboten.
  • Rechtliches Rahmenwerk: durch die Transport Infrastructure Agreements (TIA) wird ein verbindliches rechtliches Rahmenwerk bereitgestellt.
  • Betriebs- und Organisationsstruktur: durch die OpenPEPPOL Organisation (OpenPEPPOL AISBL) und die EU Kommission als Betreiberin von Strukturkomponenten ist die Betriebs- und Organisationsstruktur gesichert und etabliert.

Der Anschluss an die Peppol-Infrastruktur wird aktuell vom Bund und der Freien Hansestadt Bremen pilotiert

In diesem Rahmen der Pilotierung wird die Leitweg-ID (pdf, 256.2 KB) zur Adressierung der öffentlichen Verwaltung eingeführt. Die Leitweg-ID ermöglicht die Adressierung und Weiterleitung der eingegangenen elektronischen Rechnung zur Rechnungsbearbeitung. Die Leitweg-ID soll im Rahmen des Peppol-Netzwerks auch als Peppol-ID genutzt werden können.

KoSIT als Peppol Authority (PA) im Peppol-Netzwerk

Die KoSIT ist im Auftrag des IT-Planungsrats die Peppol Authority für Deutschland.

Die KoSIT erfüllt in der Rolle als deutsche Peppol Authority folgende Aufgaben:

  • Vertragspartner der Access Point Provider (AP) und Service Metadata Publisher (SMP)
    Künftige OpenPEPPOL Mitglieder können mit der KoSIT die Transport Infrastructure Agreements (TIA) unterzeichnen und so Teil des Peppol-Netzwerks werden. Weitere Informationen zum Akkreditierungsprozess eines Access Points finden Sie hier.
  • Konkretisierung nationaler Besonderheiten
    Ein Teil der TIA gibt vor, welche nationalen Besonderheiten zu berücksichtigen sind. Für den Versand von elektronischen Rechnungen an die öffentliche Verwaltung in Deutschland ist zu berücksichtigen, dass der Standard XRechnung sowie das Transportprotokoll AS4 vorgegeben sind. Festgeschrieben ist dies im Annex 5 der Peppol Authority. Die TIA finden Sie hier (pdf, 238.1 KB).
  • Überwachung der Implementierung und Nutzung der Infrastruktur
    Die Peppol Authority überwacht die Implementierung und die Erfüllung der Verträge. Dabei steht sie den Vertragspartner unterstützend zur Seite.
  • Vertretung der deutschen Interessen
    Die Peppol Authority vertritt auf deutscher und europäischer Ebene die deutschen Interessen.

Die Aufgaben der Peppol Authority sind im Betriebshandbuch (pdf, 161.1 KB) definiert.

Kontakt:

PEPPOL Authority

Koordinierungsstelle für IT Standards (KoSIT)
Freie Hansestadt Bremen
Senator für Finanzen

Langenstr. 10-12
28195 Bremen

Nationale Anforderungen im Peppol-Netzwerk

Die Länder, die sich dem Peppol-Netzwerk anschließen, haben die Möglichkeit, in klar definierten Grenzen nationale Besonderheiten festzulegen. Diese Ausnahmeregelungen oder auch Konkretisierungen sind meist eine Folge der in den Ländern geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen. Die Besonderheiten müssen stets mit den Vorgaben im Peppol-Netzwerk kompatibel sein.
Sie werden im Rahmen der Transport Infrastructure Agreements in Annex 5 festgelegt.

Folgende Aspekte sind im für Deutschland geltenden Annex 5 (pdf, 238.1 KB) festgelegt:

  • Wenn innerhalb Deutschlands der öffentlichen Verwaltung über Peppol eine elektronische Rechnung zugestellt werden soll, ist hierfür die CIUS XRechnung in der jeweils aktuellen Version zu verwenden
  • Wenn ein Rechnungssteller außerhalb Deutschlands die öffentliche Verwaltung adressiert, hat er die Möglichkeit, das für alle Peppol-Empfänger zu akzeptierende Format BIS 3.0 zu verwenden. Die öffentliche Verwaltung in Deutschland ist verpflichtet, dieses Format anzunehmen.
  • Das Spezifikationsdokument zur CIUS XRechnung wird nur in deutscher Sprache angeboten.
    Der Standard XRechnung wird in den Syntaxen UBL und CII zur Verfügung gestellt und kann entsprechend über Peppol versendet werden.
  • Die öffentliche Verwaltung hat sich verpflichtet, für die Peppol-ID das Schema der Leitweg-ID zu nutzen. Das Schema ist daher entsprechend in ISO 6523 ICD eingetragen worden. Der zugehörige Präfix lautet 0204. Ergänzt wird zwischen Präfix und ID ein Trennzeichen (:).
  • Der Annex 5 verweist auf die Policy for Use of Identifiers (pdf, 573.2 KB) in der Version 4.10. Die Aktualisierung dieser Policy war notwendig, um innerhalb der Peppol-ID Trennzeichen zulassen können. Dies ist eine Voraussetzung dafür, dass das Schema der Leitweg-ID tatsächlich verwendet werden kann. Es können auch höhere Versionen verwendet werden.
  • Tests innerhalb der Peppol-Infrastruktur sollen nicht in der Produktivumgebung durchgeführt werden. Für Tests sind die Peppol-Testzertifikate zu nutzen, und die damit zu adressierenden Infrastrukturkomponenten.