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Versand und Empfang von Rechnungen

Übermittlung von XRechnungs-Dokumenten
XRechnung und PEPPOL
KoSIT als National Authority im PEPPOL-Netzwerk

Übermittlung von XRechnungs-Dokumenten

Der Standard XRechnung formalisiert ausschließlich die Rechnung selber (Format, Datenstruktur und Semantik), der Übermittlungsweg der Rechnung wird im Standard XRechnung nicht betrachtet. Um dennoch zu ermöglichen, dass alle öffentlichen Auftraggeber als Rechnungsempfänger über mindestens einen einheitlichen Weg Rechnungen empfangen könnten, hat der IT-Planungsrat den Anschluss an die PEPPOL-Infrastruktur als einheitlichen sicheren Webservice auf Basis eines Prüfauftrags beschlossen. Er verpflichtet Bund und Länder, mit Ablauf der Umsetzungsfrist der Richtlinie 2014/55/EU mindestens PEPPOL anzubieten, wenn sie einen Webservice zur Einlieferung von elektronischen Rechnungen zur Verfügung stellen.

Ziel des Beschlusses ist es, die Entwicklung eigener Lösungen für Webservices bei Bund, Ländern und Kommunen überflüssig zu machen. Rechnungssteller können perspektivisch öffentliche Auftraggeber über einen einheitlichen Webservice erreichen. Darüber hinaus können öffentliche Auftraggeber weitere Übermittlungswege vorhalten.

XRechnung und PEPPOL

PEPPOL (Pan-European Public Procurement Online) bezeichnet eine webservicebasierte Infrastruktur zur sicheren Übermittlung von Daten im Kontext der elektronischen Beschaffung. Ursprung ist ein in den Jahren 2008 bis 2012 durchgeführtes EU-Projekt. Nach erfolgreichem Abschluss des Projekts werden die Ergebnisse von der Organisation OpenPEPPOL weitergeführt, entwickelt und betrieben.

Ziel von OpenPEPPOL ist es, die Nutzung von elektronischen Beschaffungsprozessen durch öffentliche Verwaltungen in Europa unter Einsatz der PEPPOL-Spezifikationen zu fördern. Die PEPPOL-Infrastruktur besteht insbesondere aus:

  • Geschäftsprozessen und Nachrichten: mit sogenannten Business Interoperability Specification (BIS) werden die von PEPPOL unterstützten Nachrichten und Prozesse spezifiziert.
  • Nachrichtenübermittlung: mit dem sogenannten eDelivery Netzwerk wird die zur Nachrichtenübermittlung erforderliche Infrastruktur inklusive aller zugehörigen Protokoll- und Zertifikatsservices geboten.
  • Rechtliches Rahmenwerk: mit den sogenannten Transport Infrastructure Agreements (TIA) wird ein verbindlicher rechtliches Rahmenwerk bereitgestellt.
  • Betriebs- und Organisationsstruktur: durch die OpenPEPPOL Organisation (OpenPEPPOL AISBL) und die EU Kommission als Betreiberin von Strukturkomponenten ist die Betriebs- und Organisationsstruktur etabliert.

Der Anschluss an die PEPPOL-Infrastruktur wird aktuell vom Bund und der Freien Hansestadt Bremen pilotiert. Im Auftrag des IT-Planungsrats werden im Zeitraum vom 18. April 2020 bis 18. April 2022 Daten zur Nutzung der PEPPOL-Zugänge erhoben, um die Nutzung hinsichtlich einer späteren verpflichtenden Einführung zu evaluieren. Eine Verpflichtung kann bedeuten, dass alle öffentlichen Auftraggeber verpflichtet werden, über PEPPOL erreichbar zu sein.

In diesem Rahmen der Pilotierung wird auch die sogenannte Leitweg-ID (pdf, 1.3 MB) erprobt. Die Leitweg-ID soll die Adressierung und Weiterleitung der eingegangenen eRechnung zu den nachgelagerten Rechnungsfreigabesystemen der an einen zentralen Rechnungseingang angeschlossenen Verwaltungseinheiten ermöglichen.

KoSIT als National Authority im PEPPOL-Netzwerk

Die KoSIT ist im Auftrag des IT-Planungsrats als National Authority für Deutschland im PEPPOL-Netzwerk tätig. Der Aufbau einer National Authority ermöglicht neben den europaweit geltenden Regelungen der PEPPOL-Infrastruktur auch nationale Konkretisierungen festzulegen.

Kontakt:

Koordinierungsstelle für IT Standards (KoSIT)

Freie Hansestadt Bremen
Senatorin für Finanzen

Rudolf-Hilferding-Platz 1
28195 Bremen