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Standards in der öffentlichen Verwaltung

Viele elektronische Schnittstellen zwischen Verwaltungen bzw. zwischen Verwaltung und ihren Kunden basieren nicht auf fachlichen IT-Standards, sondern sind jeweils bilateral zwischen jeweils zwei Hersteller-Produkten implementiert. Der öffentlichen Verwaltung entstehen so unnötig hohe Kosten für die Wartung und Pflege einer Vielzahl von Schnittstellen, die den gleichen fachlichen Zweck erfüllen (Garnter-Group: "Schnittstellen-Spaghetti").

Warum also werden keine Standards genutzt?

Zum einen wird die Verbreitung bestehender IT-Standards in der Fläche stark dadurch behindert, dass aufgrund nicht vorhandener Regeln für die Entwicklung und Bewertung von Standards, das Vertrauen in die Investitionssicherheit der einzelnen Standards fehlt.

Zum anderen führt der Mangel an einheitlichen Konzepten und Regeln auch zu unnötig hohen Kosten für die Entwicklung von Standards und deren Implementierung in Fachverfahren.

Neben den genannten Aspekten kann die Nutzung einzelner Standards in der Fläche erzielt werden, indem die zuständigen Gremien eine verbindliche Nutzung vorschreiben. Ein Beschluss zur verbindlichen Nutzung einzelner Standards kann beispielsweise im Rahmen der Standardisierungsagenda durch den IT-Planungsrat erfolgen.

Wegen der beschriebenen Probleme können Kostensenkungspotenziale durch verwaltungsübergreifende elektronische Geschäftsprozesse in vielen Fällen nicht oder erst viel später als eigentlich möglich realisiert werden - und damit auch nicht die hiermit verbundenen Einsparpotenziale bei Verwaltung und Wirtschaft.

Der XÖV-Ansatz

Mit dem XÖV-Standardisierungsrahmen wird der öffentlichen Verwaltung eine gemeinsam abgestimmte und einheitliche Vorgehensweise zur Entwicklung von IT-Standards geboten. Das Regelwerk des Standardisierungsrahmens stellt sicher das die Entwicklung neuer Standards auf der Basis gemeinsamer Methoden, Konzepte und Gestaltungsrichtlinien erfolgt. Durch diese Festlegung ist es möglich, die Qualität der Standards im Rahmen der IT-Zertifizierung anhand der im Rahmenwerk definierten Konformitätskriterien objektiv festzustellen und so die notwendige Investitionssicherheit zu gewährleisten.

Das den Rahmenwerk zugrundeliegende Prinzip der Wiederverwendung von Komponenten und Methoden stellt sicher, dass bei der Entwicklung neuer Standards die Ergebnisse und Erfahrungen bereits bestehender Standards genutzt werden. So wird nicht nur die Effizienz und Qualität bei der Entwicklung neuer Standards gesteigert sondern auch die Interoperabilität über die Grenzen von Fachverfahren gesteigert. Weitere Nutzeneffekte des Standardisierungsrahmens aus Sicht der Vorhaben sind unter Ziele und Nutzen beschrieben.