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Was ist ein Standardisierungsbedarf?

Unter dem Begriff verstehen wir im Zusammenhang mit der Standardisierungsagenda einen klar umrissenen Anwendungsbereich mit einer Reihe von Anforderungen. Ein Anwendungsbereich kann beispielsweise die Übermittlung von Akten sein. Die konkreten Anforderungen des Bereichs beschreiben dann beispielsweise im Detail wer an wen Akten übermittelt, in welchen Fällen Akten übermittelt werden sollen und wie die zu übermittelnden Akten beschaffen seine sollen.

Mit der Formulierung und der letztendlichen Aufnahme eines Standardisierungsbedarfs auf die Agenda wird das Ziel verfolgt, einen (einzigen) Standard für den Anwendungsbereich des Standardisierungsbedarfs per Beschluss des IT-Planungsrats für Bund und Länder verbindlich vorzugeben.
Mit der aktuellen Fassung der Agenda sind beispielsweise Standardisierungsbedarfe für die Bereiche "Übermittlung von Antragsdaten" oder "Austausch elektronischer Akten" beschlossen.

Welche Anforderungen bestehen an einen Standardisierungsbedarf?

Die Aufnahme eines Bedarfs auf die Agenda kann nur erfolgen, wenn der mit ihm beschriebene Anwendungsbereich in den Zuständigkeitsbereich des IT-Planungsrats fällt. Dessen Zuständigkeiten sind mit dem IT-Staatsvertrag geregelt. Aufgaben des IT-Planungsrats sind u.a. die Festlegung von IT-Interoperabilitäts- und IT-Sicherheitsstandards. Konkret sollen "für den … notwendigen Austausch von Daten zwischen dem Bund und den Ländern gemeinsame Standards für die auszutauschenden Datenobjekte, Datenformate und Standards für Verfahren, die zur Datenübertragung erforderlich sind, sowie IT-Sicherheitsstandards festgelegt werden."

Ein zweites Kriterium legt fest, dass die Beschreibung des Anwendungsbereichs und seiner Anforderungen in technik- und produktneutraler Form erfolgen muss.

Ein drittes Kriterium für die Aufnahme eines Bedarfs ist seine Relevanz. Vereinfacht ausgedrückt soll mit diesem Kriterium der Nutzen eines Beschlusses und somit einer für alle Beteiligten verbindlichen Lösung sichergestellt werden. Eine Bewertung der Relevanz erfolgt u.a. auf der Basis der Ziele der Nationalen E-Government Strategie.

Wer kann einen Bedarf melden?

Bedarfsmelder können alle Akteure aus dem Umfeld des deutschen E-Governments sein. Dies schließt sowohl die Vertreter der öffentlichen Verwaltung von Bund, Ländern und Kommunen als auch die Vertreter der Privatwirtschaft ein. Bedarfsmelder können ebenso Verbünde der letztgenannten Akteure sein. In diesem Fall sollen alle Mitglieder des Verbundes benannt werden.

Sollten Sie einen Bedarf kennen, der den oben genannten Kriterien entspricht, sowohl Interesse als auch Bereitschaft an seiner Bearbeitung haben, sprechen sie uns an. Ein erster Schritt kann eine Kurzbeschreibung des Standardisierungsbedarfs sein, die Sie der KoSIT zukommen lassen. Wichtig dabei ist, dass der Bedarf entsprechend der o. g. Kriterien beschrieben ist und uns ein Ansprechpartner für die weitere Bearbeitung genannt wird. Eine detaillierte Beschreibung der Bedarfsbearbeitung finden Sie auf dieser Website unter "Wie werden Bedarfe bearbeitet?".