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Standard XTA

Allgemeines

Die jeweils neueste Version der Spezifikation von XTA und weitere Dokumente finden Sie im Downloadbereich. Die neueste Fassung des Standards ist die Spezifikation XTA 2 Version 4.1 vom 30.11.2021. In der Praxis findet aktuell die Fassung XTA 2 Version 3.1 vom 30.11.2021 mehr Verbreitung.

Hinweis: eine frühere, rein textuelle Version der Einstiegsseite ist unter dem folgenden Link erreichbar: Link.

Motivation

Für nahezu alle Projekte und Vorhaben des E-Government ist die Übertragung von Nachrichten zwischen verschiedenen Behörden eine notwendige Voraussetzung. E-Government kann nicht funktionieren, ohne eine Infrastruktur, die

  • sicher
  • interoperabel
  • zuverlässig

ist. Während die Fachverfahren selbst bereits etablierte Standards, wie XMeld, XDomea, XJustiz oder ähnliches nutzen, ist es notwendig den Transport von Nachrichten unabhängig von der Fachlichkeit zu standardisieren. Ziel ist es, dass Fachverfahren sich nur über den Inhalt von Nachrichten austauschen müssen, während die Adressierung, der Transport und die Absicherung der Nachrichten standardisiert erfolgt.

Herausforderungen

Die Herausforderungen im Nachrichtentransport bestehen für Fachverfahren sowie Transportverfahren gleichermaßen. Betreiber von zentralen Transportverfahren sind damit konfrontiert unterschiedliche Schnittstellen vieler Fachverfahren, insbesondere auf kommunaler Ebene, zu unterstützen. Im Einsatz von überregionalen Fachverfahren haben die Produkthersteller die Herausforderung, die Anbindungsfähigkeit der Produkte an die regional unterschiedlichen Transportverfahren sicherzustellen. Nachfolgende Grafiken spiegeln die Szenarien dar:

Ein Fachverfahren verbindet sich mit verschiedenen Transportverfahren
Ein Transportverfahren bindet mehrere Fachverfahren an

In beiden Szenarien entstehen folgende Herausforderungen:

  • Austausch von Nachrichten zwischen Fachverfahren muss jeweils individuell vereinbart werden
  • Versand und Empfang von Nachrichten muss seitens Transportverfahren individuell umgesetzt werden
  • Bei neuen Anforderungen an bestehenden Kommunikationswegen, z.B. Änderung des Verschlüsselungsverfahrens oder der Authentifizierung, müssen alle Kommunikationswege individuell angepasst werden
  • Der Betrieb von individuellen Kommunikationswegen erhöht den Aufwand für die Betreuung der Infrastruktur
  • individuelle Anforderungen an den Nachrichtentransport, z.B. Schutz der Vertraulichkeit oder Übertragungssicherheit, muss individuell mit den Infrastrukturdienstleistern abgestimmt werden
  • ...

Lösung mittels XTA 2

Um gemeinsame Herausforderungen der Kommunikation zwischen Fachverfahren jeweils gemeinsam lösen zu können, werden einheitlichen Schnittstellen zwischen Fach- und Transportverfahren definiert. Durch die Nutzung von einheitlichen Schnittstellen wird der Aufwand zur individuellen Vereinbarung von Übertragungswegen für Nachrichten reduziert. Die nachfolgende Grafik verdeutlicht die Rolle von XTA2 als einheitliche Transportschnittstelle für die Fach- und Transportverfahren.

Einheitliche Schnittstellen zwischen Fachverfahren und Transportverfahren

Es erfolgt eine Entkopplung auf Basis eines 4-Corner-Modells zwischen der Anwendungsebene und der Transportebene. Anhand von 4 Rollen werden Aufgaben und Verantwortlichkeiten je Rolle spezifiziert.

Beschreibung des 4-Corner-Modells

Durch die Vereinheitlichung der Schnittstellen, können neue Anforderungen bzgl. der Übertragung zentral von den Anbietern der Transportverfahren umgesetzt werden und beeinflussen so die Fachverfahren nicht mehr. Die Fachverfahren können die Fachnachrichten und Metainformationen für den Transport anpassen, ohne dass ein zusätzlicher Aufwand bei den Transportverfahren anfällt. Über mehrere Verfahren hinweg reduziert sich so der Entwicklungsaufwand seitens Fach- und Transportverfahren erheblich.

Der Standard XTA 2 und seine Module

Der Standard XTA 2 besteht aus zwei Modulen Webservice und Service Profile.

Mit dem Modul Webservice wird die grundlegende Funktionalität für den Nachrichtenversand (Methoden) spezifiziert. Zu dem Basisumfang gehören insbesondere:

  • einheitliche Transportnachrichten (Transportauftrag + gekapselte Fachnachricht)
  • Versand von Nachrichten
  • Empfang von Nachrichten
  • Abruf der Status von Nachrichten und insbesondere Transportprotokolle

Mit dem Modul Service Profile können die benötigten Qualitäten an den Nachrichtenversand eindeutig, einheitlich und medienbruchfrei auswertbar definiert werden. Zu den den Anforderungen gehören unter anderem:

  • Datenschutz
  • Übertragungssicherheit
  • Protokollierung